Finanzbranche und Klimaschutz

Die Arbeitsgruppe „Finanzbranche und Klimaschutz“ beschäftigte sich zum einen mit den derzeit genutzten Methoden zur Bewertung der Klimafreundlichkeit von Investitionen und Portfolios und griff dabei internationale Markt- und regulatorische Impulse wie z. B. den EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums und die Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) auf. Zum anderen ging es darum, Instrumente zu identifizieren, mit denen die Finanzbranche die Marktfähigkeit neuer Low-carbon-Technologien unterstützen und systematische Portfoliorisiken aufgrund der erforderlichen Anpassungsprozesse der Wirtschaft vermeiden kann.
TeilnehmerInnen der Arbeitsgruppe kamen sowohl aus dem Finanzsektor als auch aus der Realwirtschaft. Dadurch ergab sich die Möglichkeit, die Herausforderungen und Lösungsansätze vonseiten der KapitalgeberInnen und der Kapitalsuchenden zu betrachten. Eine zentrale Rolle spielten dabei die Bewertung von Klimarisiken und die Barrieren bei der Entwicklung möglicher Geschäftschancen, sowohl im Bereich der Emissionsreduzierung („mitigation“) als auch in der Anpassung an negative Klimafolgen („adaptation“). Zu den Klimarisiken gehören physische Risiken durch extreme Wetterereignisse, Haftungsrisiken aus Emissionen und Managementfehlverhalten, drohende Abwertungen von Anlagen in fossile Energien („stranded assets“) und Reputationsrisiken. Zu den für die Finanzierung relevanten Risiken aufseiten der TechnologieentwicklerInnen zählen insbesondere politische und technologische Risiken neuer Anwendungen. Damit richten sich die Arbeitsgruppe und ihr Arbeitsergebnis nicht nur an Banken, Versicherungen und InvestorInn, sondern auch an Unternehmen, die Technologien entwickeln und hierfür auf Finanzierung angewiesen sind.

Projektergebnis

Praxisleitfaden zur Förderung klimafreundlicher Finanzierung. Der Weg zu einem zukunftsfähigen Finanzsektor in Deutschland

KURZBESCHREIBUNG
Der Leitfaden bietet Inspiration für transformativen Wandel und Best-Practice-Beispiele aus der Finanz- und Realwirtschaft. Die Module in diesem Leitfaden liefern Unternehmen die Möglichkeit, Maßnahmen für mehr klimafreundliche Finanzflüsse im Unternehmen umzusetzen. Die durch die AG-TeilnehmerInnen gegebene Schnittstelle zwischen Finanz- und Realwirtschaft bringt neue Perspektiven in den Dialog zu Nachhaltigkeit am Finanzmarkt. Die Transformation zu einer resilienten und klimaneutralen Wirtschaft wird erhebliche Investitionen erfordern und eröffnet Unternehmen vielfältige Chancen, um mit neuen Technologien und neuen Geschäftsmodellen am wachsenden Zukunftsmarkt für klimafreundlichere Lösungen teilzuhaben. Gerade Klimarisiken werden zunehmend mit finanziellen Risiken assoziiert und somit zu einem wichtigen Kriterium im unternehmerischen Handeln und für Investitionsentscheidungen. Dieser Leitfaden zeigt hierfür notwendige Handlungsoptionen auf, Klimarisiken zu bewerten, sie in Investitionsentscheidungen zu berücksichtigen und Instrumente für die Finanzierung klimafreundlicher Investitionen zu finden. 

MEHRWERT FÜR UNTERNEHMEN
Gerade an der „Schnittstelle“ zwischen der Real- und der Finanzwirtschaft wird somit eine echte Handlungshilfe geleistet, wie das komplexe Thema der Klimarisiken analytisch und auch kommunikativ bewältigt werden kann. Unternehmen erhalten damit das notwendige Rüstzeug, um Klimarisiken systematisch zu bewerten und in die strategischen und operativen Entscheidungsprozesse zu integrieren und damit auch den regulatorischen (Offenlegungs-)Pflichten nachzukommen.

EFFEKTE FÜR DEN KLIMASCHUTZ
Die Förderung klimafreundlicher Finanzierungen liefert eine der Grundlagen, um die Wirtschaft – einschließlich der bestehenden Infrastruktur – im Lauf der nächsten drei Jahrzehnte auf treibhausgasneutralen Betrieb umzustellen. Der Finanzsektor wird so zum Treiber der Dekarbonisierung, der die Innovationen für klimafreundliche Technologien und Geschäftsmodelle in der Realwirtschaft ermöglicht und unterstützt.

Moderation der Arbeitsgruppe

Moderation:
Ernst Rauch, Munich Re

Inhaltliche Unterstützung:

  • Melanie Kubin-Hardewig, Deutsche Telekom AG
  • Dr.-Ing. Hans-Jörn Weddige, thyssenkrupp AG
  • Bejamin Görlach, Ecologic Institut
  • Dipl. Ing. Nadine Braun, EY

Weiter­führende Informa­tionen

Stichwörter:
Carbon asset risk; Carbon lock-in; Green Investment, Green Finance; Low Carbon technology commercialization, TCFD