Finanzbranche und Klimaschutz

Die Finanzbranche als Motor für klimaschonende Technologien und Innovationen?

Die AG beschäftigt sich zum einen mit den aktuell genutzten Methoden zur Bewertung der Klimafreundlichkeit von Investitionen und Portfolios. Sie greift dabei internationale Impulse auf, insbesondere die Task Force on climate-related disclosure (TCFD) im Rahmen der G20, die britische Diskussion „Tragedy of the Horizons“ oder Art. 173 des französischen Energiewendegesetzes. Zum anderen soll es darum gehen, Instrumente zu identifizieren, mit denen die Finanzbranche die Marktfähigkeit neuer Low-carbon Technologien unterstützen kann. Damit richtet sich die AG nicht nur an Banken, Versicherungen und Investoren, sondern auch an Unternehmen, die Technologien entwickeln und hierfür auf Finanzierung angewiesen sind.

Die AG dient dem Austausch über die Bewertung von Klimarisiken und die Barrieren bei der Entwicklung möglicher Geschäftschancen, sowohl im Bereich der Emissionsreduzierung (Mitigation) als auch der Anpassung an negative Klimafolgen (Adaptation). Zu den Klimarisiken gehören physische Risiken durch extreme Wetterereignisse, Haftungsrisiken aus Emissionen und Managementfehlverhalten, drohende Abwertungen von Anlagen in fossile Energien („stranded assets“) und Reputationsrisiken. Zu den für die Finanzierung relevanten Risiken auf Seiten der Technologieentwickler zählen insbesondere politische und technologische Risiken neuer Anwendungen.

Status der Arbeitsgruppe

Am 12. Juni 2018 fand das zweite Treffen der AG „Finanzbranche & Klimaschutz“ statt. Schwerpunktthema war die Bewertung von Klimarisiken in Unternehmen der Finanzbranche sowie der Realwirtschaft. Hierzu gab es vier Impulsvorträge von AG Mitgliedern und externen Rednern:

1. Die Empfehlungen der Task Force on Climate-Related Financial Disclosure zur Klimarisikobewertung: Kurzvorstellung der Empfehlungen und ihrer Relevanz für deutsche Unternehmen - Dr. Lothar Rieth, EnBW

2. Tool des UBA zur Identifikation von Klimarisiken und Initiativen der EU-Kommission zu Sustainable Finance: Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums - Beate Hollweg, UBA

3. Klimarisikobewertung in Versicherungen am Beispiel der Munich Re - Ernst Rauch 

4. Klimarisikobewertung in Banken am Beispiel der HSBC - Katarin Wagner

Die Vorträge bildeten die Grundlage für eine Diskussion über die möglichen Ergebnisse der Arbeitsgruppe. In Kleingruppen erarbeiteten die TeilnehmerInnen der AG konkrete Vorschläge für Projektergebnisse, die in der nächsten AG-Sitzung weiter vertieft werden sollen.

Weiterhin wird der französische Ansatz zur Klimarisikobewertung (Art.173 des französischen Energiewendegesetztes) im Fokus der nächsten AG-Sitzung stehen. Diese findet am 20. September 2018 statt.

Für den Zugang zu den Unterlagen der AG-Sitzung loggen Sie sich bitte als TeilnehmerInnen im internen Bereich ein. Die Protokolle sind aktuell noch in Abstimmung. Wir informieren die TeilnehmerInnen per Mail sobald diese verfügbar sind.

Fragen die in der Arbeitsgruppe besprochen werden könnten

  • Besteht Bedarf und Interesse an der Standardisierung von Bewertungssystem oder Kennzahlen für die Bewertung der Klimarisiken, bzw. die 2-Grad-Kompatibilität von Anlagenportfolios?
  • Wie wirken sich internationale Entwicklungen auf die deutsche Diskussion aus, wie können deutsche Unternehmen aktiver zu der internationalen Diskussion beitragen?
  • Welche Hemmnisse und praktischen Probleme stehen einer stärkeren Berücksichtigung von Klimarisiken entgegen (bspw. durch Finanzmarktregulierung, Anlegerschutz)?
  • Wie kann die Finanzbranche Investitionen in „Green Technologies“ unterstützen? Welche Hemmnisse gilt es dabei zu überwinden?
  • Was erwarten Anbieter klimafreundlicher Technologien von der Finanzbranche?
  • Welche politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sind nötig, um Finanzflüsse in Richtung klimafreundlicher Investitionen umzulenken? Wie kann insb. erreicht werden, dass volkswirtschaftlich sinnvolle Investitionen auch betriebs- und finanzwirtschaftlich rentabel sind?

Mögliche Ergebnisse

  • Eine Übersicht über die vorhandenen Instrumente, um Klimarisiken und -chancen für bestehende und neue Geschäftsfelder in den Unternehmen zu bewerten; ggfs. Entwicklung von Handlungsempfehlungen.
  • Entwicklung eines branchenübergreifenden Prozesses zur Bewertung und Berücksichtigung von Klimarisiken und -chancen für neue Geschäftsfelder, auch in Reaktion auf internationale Entwicklungen (TCFD, Art. 173).
  • Rückmeldungen zu existierenden Methoden und Verfahren (gesetzliche Anforderungen, Anforderungen aus der Finanzwirtschaft)
  • Identifizierung von branchenübergreifenden (potenziellen) Geschäftsfeldern zur Unterstützung der Klimaziele BRD/EU sowie geeigneter Finanzinstrumente, um die Investitionen für eine langfristig klimaneutrale Wirtschaft anzustoßen.

Adressaten der Arbeitsgruppe

  • Unternehmen, die eine Bewertung von Klimarisiken für das gesamte Geschäftsmodell, ihrer Finanzprodukte, Investitionen oder Kapitalanlagen entweder schon vorgenommen haben oder vornehmen wollen. Von besonderem Interesse sind Banken, Versicherungen oder Fondsgesellschaften, aber auch andere Finanzmarktakteure wie z.B. die Deutsche Börse, Beratungsunternehmen, Ratingagenturen etc.
  • Anbieter von klimafreundlichen Technologien verschiedener Größe, die vor Herausforderungen bei der Finanzierung ihrer Projekte stehen. Die AG richtet sich dabei explizit auch an mittelständische Unternehmen.

Infos zu kommeden Sitzungen finden Sie unter Veranstaltungen.

(Zur Anzeige der Termine ist ein einloggen nötig.)

Moderation der Arbeitsgruppe

Moderation:
Ernst Rauch, Munich Re

Inhaltliche Unterstützung:

  • Melanie Kubin-Hardewig, Deutsche Telekom AG
  • Dr.-Ing. Hans-Jörn Weddige, thyssenkrupp AG
  • Bejamin Görlach, Ecologic Institut
  • Dipl. Ing. Nadine Braun, EY

Weiter­führende Informa­tionen

Stichwörter:
Carbon asset risk; Carbon lock-in; Green Investment, Green Finance; Low Carbon technology commercialization, TCFD

Eindrücke der ersten AG-Sitzung am 8. März:

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