Finanzbranche und Klimaschutz

Die Finanzbranche als Motor für klimaschonende Technologien und Innovationen?

Die AG beschäftigt sich zum einen mit den aktuell genutzten Methoden zur Bewertung der Klimafreundlichkeit von Investitionen und Portfolios. Sie greift dabei internationale Impulse auf, insbesondere die Task Force on climate-related disclosure (TCFD) im Rahmen der G20, die britische Diskussion „Tragedy of the Horizons“ oder Art. 173 des französischen Energiewendegesetzes. Zum anderen soll es darum gehen, Instrumente zu identifizieren, mit denen die Finanzbranche die Marktfähigkeit neuer Low-carbon Technologien unterstützen kann. Damit richtet sich die AG nicht nur an Banken, Versicherungen und Investoren, sondern auch an Unternehmen, die Technologien entwickeln und hierfür auf Finanzierung angewiesen sind.

Die AG dient dem Austausch über die Bewertung von Klimarisiken und die Barrieren bei der Entwicklung möglicher Geschäftschancen, sowohl im Bereich der Emissionsreduzierung (Mitigation) als auch der Anpassung an negative Klimafolgen (Adaptation). Zu den Klimarisiken gehören physische Risiken durch extreme Wetterereignisse, Haftungsrisiken aus Emissionen und Managementfehlverhalten, drohende Abwertungen von Anlagen in fossile Energien („stranded assets“) und Reputationsrisiken. Zu den für die Finanzierung relevanten Risiken auf Seiten der Technologieentwickler zählen insbesondere politische und technologische Risiken neuer Anwendungen.

Status der Arbeitsgruppe

Die AG Finanzbranche und Klimaschutz hat sich in der ersten AG-Sitzung am 8. März 2018 mit den Eigenschaften der Risikobewertung im Finanzsektor und Anreizen für Klimamaßnahmen auseinandergesetzt. Vier Themengebiete wurden als Arbeitsbereiche identifiziert, wobei die ersten zwei Themen mit höherer Priorität zur Bearbeitung in der AG eingestuft wurden.

Diese Themen sind:

  • Analyse & Bewertung von Klimarisiken
  • Transparenz & Berichterstattung zu Klimarisiken und Klimafolgen
  • Systemwandel
  • Vernetzung

In der nächsten AG-Sitzung wird es Impulsvorträge zu den zu erwartenden politischen Entwicklungen zur Regulierung des Finanzmarktes geben, sowie Beispiele für die Bewertung von Klimarisiken in Versicherungen und Banken. Dies soll in die weitere Arbeit der AG mit einfließen und dabei helfen Chancen für den Finanzsektor herauszuarbeiten.

Als eingeloggter Teilnehmer der Arbeitsgruppe finden Sie alle weiteren Informationen, sowie die Möglichkeit der Anmeldung zur kommenden AG-Sitzung im internen Bereich der Internetseite.

Fragen die in der Arbeitsgruppe besprochen werden könnten

  • Besteht Bedarf und Interesse an der Standardisierung von Bewertungssystem oder Kennzahlen für die Bewertung der Klimarisiken, bzw. die 2-Grad-Kompatibilität von Anlagenportfolios?
  • Wie wirken sich internationale Entwicklungen auf die deutsche Diskussion aus, wie können deutsche Unternehmen aktiver zu der internationalen Diskussion beitragen?
  • Welche Hemmnisse und praktischen Probleme stehen einer stärkeren Berücksichtigung von Klimarisiken entgegen (bspw. durch Finanzmarktregulierung, Anlegerschutz)?
  • Wie kann die Finanzbranche Investitionen in „Green Technologies“ unterstützen? Welche Hemmnisse gilt es dabei zu überwinden?
  • Was erwarten Anbieter klimafreundlicher Technologien von der Finanzbranche?
  • Welche politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sind nötig, um Finanzflüsse in Richtung klimafreundlicher Investitionen umzulenken? Wie kann insb. erreicht werden, dass volkswirtschaftlich sinnvolle Investitionen auch betriebs- und finanzwirtschaftlich rentabel sind?

Mögliche Ergebnisse

  • Eine Übersicht über die vorhandenen Instrumente, um Klimarisiken und -chancen für bestehende und neue Geschäftsfelder in den Unternehmen zu bewerten; ggfs. Entwicklung von Handlungsempfehlungen.
  • Entwicklung eines branchenübergreifenden Prozesses zur Bewertung und Berücksichtigung von Klimarisiken und -chancen für neue Geschäftsfelder, auch in Reaktion auf internationale Entwicklungen (TCFD, Art. 173).
  • Rückmeldungen zu existierenden Methoden und Verfahren (gesetzliche Anforderungen, Anforderungen aus der Finanzwirtschaft)
  • Identifizierung von branchenübergreifenden (potenziellen) Geschäftsfeldern zur Unterstützung der Klimaziele BRD/EU sowie geeigneter Finanzinstrumente, um die Investitionen für eine langfristig klimaneutrale Wirtschaft anzustoßen.

Adressaten der Arbeitsgruppe

  • Unternehmen, die eine Bewertung von Klimarisiken für das gesamte Geschäftsmodell, ihrer Finanzprodukte, Investitionen oder Kapitalanlagen entweder schon vorgenommen haben oder vornehmen wollen. Von besonderem Interesse sind Banken, Versicherungen oder Fondsgesellschaften, aber auch andere Finanzmarktakteure wie z.B. die Deutsche Börse, Beratungsunternehmen, Ratingagenturen etc.
  • Anbieter von klimafreundlichen Technologien verschiedener Größe, die vor Herausforderungen bei der Finanzierung ihrer Projekte stehen. Die AG richtet sich dabei explizit auch an mittelständische Unternehmen.

Infos zu kommeden Sitzungen finden Sie unter Veranstaltungen.

(Zur Anzeige der Termine ist ein einloggen nötig.)

Moderation der Arbeitsgruppe

Moderation:
Ernst Rauch, Munich Re

Inhaltliche Unterstützung:

  • Melanie Kubin-Hardewig, Deutsche Telekom AG
  • Dr.-Ing. Hans-Jörn Weddige, thyssenkrupp AG
  • Bejamin Görlach, Ecologic Institut
  • Dipl. Ing. Nadine Braun, EY

Weiter­führende Informa­tionen

Stichwörter:
Carbon asset risk; Carbon lock-in; Green Investment, Green Finance; Low Carbon technology commercialization, TCFD

Eindrücke der ersten AG-Sitzung am 8. März:

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