Finanzbranche und Klimaschutz

Die Finanzbranche als Motor für klimaschonende Technologien und Innovationen?

Die AG beschäftigt sich zum einen mit den aktuell genutzten Methoden zur Bewertung der Klimafreundlichkeit von Investitionen und Portfolios. Sie greift dabei internationale Impulse auf, insbesondere die Task Force on climate-related disclosure (TCFD) im Rahmen der G20, die britische Diskussion „Tragedy of the Horizons“ oder Art. 173 des französischen Energiewendegesetzes. Zum anderen soll es darum gehen, Instrumente zu identifizieren, mit denen die Finanzbranche die Marktfähigkeit neuer Low-carbon Technologien unterstützen kann. Damit richtet sich die AG nicht nur an Banken, Versicherungen und Investoren, sondern auch an Unternehmen, die Technologien entwickeln und hierfür auf Finanzierung angewiesen sind.

Die AG dient dem Austausch über die Bewertung von Klimarisiken und die Barrieren bei der Entwicklung möglicher Geschäftschancen, sowohl im Bereich der Emissionsreduzierung (Mitigation) als auch der Anpassung an negative Klimafolgen (Adaptation). Zu den Klimarisiken gehören physische Risiken durch extreme Wetterereignisse, Haftungsrisiken aus Emissionen und Managementfehlverhalten, drohende Abwertungen von Anlagen in fossile Energien („stranded assets“) und Reputationsrisiken. Zu den für die Finanzierung relevanten Risiken auf Seiten der Technologieentwickler zählen insbesondere politische und technologische Risiken neuer Anwendungen.

Status der Arbeitsgruppe

Die vierte Sitzung der AG „Finanzbranche & Klimaschutz fand am 25. März 2019 bei HSBC in Düsseldorf statt. Der thematische Schwerpunkt der AG Sitzung war die Festlegung der Module für einen Leitfaden zum Thema „Klimarisiken und klimafreundliche Finanzierung“.

Die AG Mitglieder teilten sich in 4 Kleingruppen auf um die verschiedenen Module des Leitfadens zu bearbeiten. Innerhalb der Kleingruppen diskutierten sie Herausforderungen, die sich aus den Themenbereichen der Module ergeben, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Real- und Finanzwirtschaft und die Barrieren in der Umsetzung.

Kleingruppe 1:

Die Kleingruppe 1 beschäftigte sich mit der Bewertung von Klimarisiken und der Berücksichtigung von Klimarisiken in Investitionsentscheidungen. Eingehend wurden hier Beispiele für verschiedene Bewertungsmethoden und Fallbeispiele von Klimarisiken diskutiert.

Kleingruppe 2:

In der zweiten Kleingruppe besprachen die Teilnehmer das Thema Finanzierung von klimafreundlichen Investitionen. Hier ging es zum einen um die Seite der Realwirtschaft mit der Fragestellung: Wie kann die Umstellung auf kohlenstoffarme Prozesse im Unternehmen finanziert werden? Zum anderen wurden neue Finanzprodukte, beispielweise Green Bonds diskutiert.

Kleingruppe 3:

Innerhalt der Kleingruppe 3 wurde die Herausforderung identifiziert, die sich für die Nachhaltigkeitsstrategie und Governance-Aspekte in Unternehmen der Real- und Finanzwirtschaft ergeben, wenn Klimarisiken in Investitionsentscheidungen miteinbezogen werden müssen.

Kleingruppe 4:

Das Thema der vierten Kleingruppe lautete „Berichterstattung und Transparenz“. Zwar gibt es schon Richtlinien und Initiativen für nicht-finanzielle Berichterstattung, jedoch braucht es noch mehr innovative Elemente um Klimarisiken vollends in die Berichterstattung zu integrieren und für Investoren nutzbar zu machen.

Bis zur nächsten AG Sitzung sollen die Module in den Kleingruppen ausgearbeitet werden. Die 5. AG Sitzung wird voraussichtlich am 6. Juni bei Munich Re in München stattfinden.

Für den Zugang zu den Unterlagen der AG-Sitzung loggen Sie sich bitte als TeilnehmerInnen im internen Bereich ein. Die Protokolle sind aktuell noch in Abstimmung. Wir informieren die TeilnehmerInnen per Mail sobald diese verfügbar sind.

Fragen die in der Arbeitsgruppe besprochen werden könnten

  • Besteht Bedarf und Interesse an der Standardisierung von Bewertungssystem oder Kennzahlen für die Bewertung der Klimarisiken, bzw. die 2-Grad-Kompatibilität von Anlagenportfolios?
  • Wie wirken sich internationale Entwicklungen auf die deutsche Diskussion aus, wie können deutsche Unternehmen aktiver zu der internationalen Diskussion beitragen?
  • Welche Hemmnisse und praktischen Probleme stehen einer stärkeren Berücksichtigung von Klimarisiken entgegen (bspw. durch Finanzmarktregulierung, Anlegerschutz)?
  • Wie kann die Finanzbranche Investitionen in „Green Technologies“ unterstützen? Welche Hemmnisse gilt es dabei zu überwinden?
  • Was erwarten Anbieter klimafreundlicher Technologien von der Finanzbranche?
  • Welche politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sind nötig, um Finanzflüsse in Richtung klimafreundlicher Investitionen umzulenken? Wie kann insb. erreicht werden, dass volkswirtschaftlich sinnvolle Investitionen auch betriebs- und finanzwirtschaftlich rentabel sind?

Mögliche Ergebnisse

  • Eine Übersicht über die vorhandenen Instrumente, um Klimarisiken und -chancen für bestehende und neue Geschäftsfelder in den Unternehmen zu bewerten; ggfs. Entwicklung von Handlungsempfehlungen.
  • Entwicklung eines branchenübergreifenden Prozesses zur Bewertung und Berücksichtigung von Klimarisiken und -chancen für neue Geschäftsfelder, auch in Reaktion auf internationale Entwicklungen (TCFD, Art. 173).
  • Rückmeldungen zu existierenden Methoden und Verfahren (gesetzliche Anforderungen, Anforderungen aus der Finanzwirtschaft)
  • Identifizierung von branchenübergreifenden (potenziellen) Geschäftsfeldern zur Unterstützung der Klimaziele BRD/EU sowie geeigneter Finanzinstrumente, um die Investitionen für eine langfristig klimaneutrale Wirtschaft anzustoßen.

Adressaten der Arbeitsgruppe

  • Unternehmen, die eine Bewertung von Klimarisiken für das gesamte Geschäftsmodell, ihrer Finanzprodukte, Investitionen oder Kapitalanlagen entweder schon vorgenommen haben oder vornehmen wollen. Von besonderem Interesse sind Banken, Versicherungen oder Fondsgesellschaften, aber auch andere Finanzmarktakteure wie z.B. die Deutsche Börse, Beratungsunternehmen, Ratingagenturen etc.
  • Anbieter von klimafreundlichen Technologien verschiedener Größe, die vor Herausforderungen bei der Finanzierung ihrer Projekte stehen. Die AG richtet sich dabei explizit auch an mittelständische Unternehmen.

Infos zu kommenden Sitzungen finden Sie unter Veranstaltungen.

(Zur Anzeige der Termine ist ein einloggen nötig.)

Moderation der Arbeitsgruppe

Moderation:
Ernst Rauch, Munich Re

Inhaltliche Unterstützung:

  • Melanie Kubin-Hardewig, Deutsche Telekom AG
  • Dr.-Ing. Hans-Jörn Weddige, thyssenkrupp AG
  • Bejamin Görlach, Ecologic Institut
  • Dipl. Ing. Nadine Braun, EY

Weiter­führende Informa­tionen

Stichwörter:
Carbon asset risk; Carbon lock-in; Green Investment, Green Finance; Low Carbon technology commercialization, TCFD

Eindrücke der ersten AG-Sitzung am 8. März:

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