Innovationen für den Klimaschutz

Die Arbeitsgruppe „Innovationen für den Klimaschutz“ beschäftigte sich mit den verschiedenen Phasen der Innovationsentwicklung in Unternehmen. Zu den einzelnen Phasen wurden jeweils Beispielprojekte und -methoden vorgestellt und die Erfahrungen der Unternehmen gesammelt und diskutiert. Dabei ging es um einen breiten Begriff von Innovation, der auch Prozess- und soziale Innovationen umfasste. Zur Identifikation von Klimaschutzinnovationen im eigenen Unternehmen braucht es aus Sicht der TeilnehmerInnen nicht nur engagierte MitarbeiterInnen aus der Belegschaft, sondern auch ein klares Commitment der Unternehmensleitung. Zusätzlich sei auch eine methodische Verankerung eines Innovationsprozesses im Unternehmen eine wichtige Grundvoraussetzung. Insgesamt ist eine gelebte Innovationskultur im eigenen Unternehmen vonnöten.
Klimaschutzinnovationen benötigen oftmals die Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg. Das gilt für Prozesse, die über die eigene Wertschöpfungskette hinausgehen, aber auch für gemeinsame Initiativen, die abseits des eigentlichen Kerngeschäfts (z. B. beim Fuhrpark) möglich sind. Den Vorteilen wie zum Beispiel geteilten Kosten bei Klimaschutzprojekten stehen aber auch Hindernisse wie Compliance oder kartellrechtliche Hürden gegenüber. Jede Klimaschutzinnovation steht und fällt jedoch mit der Definition eines geeigneten Business Case. Bevor sich eine solche Innovation am Markt bewähren kann, muss das eigene Unternehmen davon überzeugt werden und die Innovation der internen Konkurrenz alternativer Projekte überlegen sein. Ein gut strukturiertes Verfahren zur Definition eines Business Case ist daher ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Durchsetzung von Klimaschutzinnovationen in Unternehmen.

Projektergebnis 1

ECO-Trip: IT-Anwendung zur klimaeffizienten Gestaltung von Geschäftsreisen

KURZBESCHREIBUNG
Die Anwendung hilft Geschäftsreisenden bei der Reiseplanung, indem sie bereits bei der Buchung klimarelevante Kriterien sichtbar macht. Dazu gehören der CO2-Fußabdruck und eventuelle Zusatzkosten (z. B. durch Kompensationszahlungen) der unterschiedlichen Reiseoptionen. Dadurch unterstützt sie die MitarbeiterInnen bei der Entscheidung für klimafreundliche Geschäftsreisen (u. a. durch die Wahl der Reiseroute und des Verkehrsmittels) und leistet einen Beitrag zu den CO2-Reduktionszielen des Unternehmens. Idealerweise wird die Anwendung in die unternehmensinternen Buchungstools integriert.

MEHRWERT FÜR UNTERNEHMEN
Die Anwendung versteht sich als zentrales Instrument für Unternehmen, die eigenen Treibhausgasemissionen bei Dienstreisen transparent zu machen und signifikant zu verringern. Im ersten Schritt werden die Emissionen der einzelnen Reisearten zentral sichtbar und vergleichbar. Damit geben sie den MitarbeiterInnen eine schnelle Hilfestellung bei der Auswahl der jeweils für sie besten Reisevariante. Gleichzeitig unterstützt diese Anwendung Unternehmen dabei, die individuellen Emissionen durch Dienstreisen über längere Zeiträume (z. B. ein Jahr) zu sammeln und sichtbar zu machen. Langfristig eröffnet diese Darstellung den Unternehmen die Möglichkeit der Steuerung eines CO2-Budgets für Einzelpersonen oder Organisationseinheiten, z. B. über die Vergabe von Incentives bei der Erreichung bestimmter Minderungsziele.

Projektergebnis 2

Reisezeit = Arbeitszeit: der Zug als Co-Working-Space

KURZBESCHREIBUNG
Geschäftsreisende müssen sich vielfach zwischen Bahn- und Flugreisen entscheiden. Wesentliche Entscheidungskriterien sind Dauer und Qualität der Reise. Längere Zugreisen gewinnen für Geschäftsreisende an Qualität, wenn eine attraktive Arbeitsumgebung vorhanden ist. Daher setzt dieser Vorschlag auf modifizierte Bahnabteile, die hochwertige Einzelarbeitsplätze enthalten. Dadurch soll eine Treibhausgasminderung durch mehr Geschäftsreisen mit der Bahn erreicht werden.

MEHRWERT FÜR UNTERNEHMEN
Die Verlagerung von Dienstreisen vom Flugzeug auf die Bahn kann Unternehmen helfen, eigene Treibhausgasminderungsziele zu erreichen. Darüber hinaus kann durch unterbrechungsfreies Reisen die aktive Arbeitszeit allein oder in Konferenzen während der Reise erhöht werden.

EFFEKTE FÜR DEN KLIMASCHUTZ
Gerade in der Industrie sind die aktuell gesteckten Klimaschutzziele nur mit technologischen Innovationen erreichbar. Durch die Integration von Klimaschutz in den unternehmerischen Innovationsprozess, können die Veränderungen im Unternehmen an einem klimafreundlichen Zukunftsbild ausgerichtet werden. Die treibhausgaswirksamen Emissionen von Verkehrsmitteln sind sehr unterschiedlich. Die Auswahl und Verlagerung der Verkehrsmittel für Dienstreisen nach CO2-Bilanz kann zu deutlichen Emissionsminderungen führen, insbesondere bei Unternehmen.

Moderation der Arbeitsgruppe

Moderation:

Markus Göddertz, Deutsche Telekom AG

Dr.-Ing. Hans-Jörn Weddige, thyssenkrupp AG

Inhaltliche Unterstützung:

  • Michael Kölzer, Hochtief AG
  • Christoph Zeiss, Wuppertal Institut
  • Dipl. Ing. Nadine Braun, EY

Weiter­führende Informa­tionen

Stichwörter:
Innovation; Forschung & Entwicklung, Ecopreneurs; Start-Up; Digitalisierung; Design Thinking