Klimafreundliche Lieferketten

Ein Großteil der Treibhausgasemissionen deutscher Unternehmen wird in der vorgelagerten Lieferkette produziert. Daraus ergibt sich ein großes Potential für den Klimaschutz. Allerdings sind Lieferketten heutzutage global, hochkomplex und umfassen eine erhebliche Anzahl spezialisierter Akteure, was den Klimaschutz in der Lieferkette für Unternehmen zu einer Herausforderung werden lässt.

Möglichkeiten für den Klimaschutz in der Lieferkette gibt es viele: vom Lieferketten-übergreifenden Dialog und Wissenstransfer, über gemeinsame Energieeffizienzprojekte im Zulieferbetrieb, bis hin zu festen Standards und Kriterien bei der Auswahl der Lieferanten.

Die AG „Klimafreundliche Lieferkette“ beschäftigt sich gemeinsam mit diesen Themen und wird mögliche Lösungen für möglichst viele Branchen diskutieren. Dabei soll es einen Austausch zu den unterschiedlichen Ansätzen in Unternehmen und dessen methodische Weiterentwicklung geben. In diesem Zusammenhang können bspw. auch zukünftige Herausforderungen, wie carbon pricing, carbon tax und weitere Themen besprochen werden.

Status der Arbeitsgruppe

Im Rahmen der zweiten AG-Sitzung am 15. Juni 2018 wurden, nach einer ausführlichen Diskussion der Herausforderungen einer klimafreundlichen Lieferkette, die Ergebnisse aus der ersten AG-Sitzung weiterentwickelt.

Das Thema „Klimafreundliche Lieferkette“ ist in Unternehmen noch sehr „reporting-orientiert“, da eine hohe Datenqualität als Voraussetzung gesehen wird. Ein Großteil, der für die Datenqualität essenziellen, Emissionsfaktoren kommen in der Praxis aus zentralen Datenbanken. In diesen ist bspw. der CO2-Fußabdruck von bestimmten Vorprodukten hinterlegt. Auf diesem Weg können zwar hinreichend die Gesamtemission des Unternehmens ermittelt werden, es eignet sich allerdings weniger für die Steuerung bspw. des Einkaufsprozesses.

Die Unternehmen befinden sich daher noch in der Bestandsaufnahme und müssen erst eine hinreichende Datenqualität aufbauen um konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz in der Lieferkette steuern zu können. Die Steuerbarkeit ist zum einen für die Vermittlung im oberen Management wichtig und führt zum anderen auch zu einer erhöhten Motivation aller Beteiligten.

Parallel zu einer Transparenzinitiative sollten bereits konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz in der Lieferkette gestartet werden.

Im Rahmen der Sitzung wurden daher zwei parallel laufende Workstreams eröffnet:

Transparenz als Grundlage für die klimaschutzorientierte Organisation der Lieferkette

Kernfrage: Wie komme ich von Sekundär- zu Primärdaten?

Verbesserung über einzelne Maßnahmen

Kernfrage: Welche konkreten Potentiale gibt es in der Lieferkette?

Die nächste AG-Sitzung wird am 7. September 2018 bei der BASF SE in Ludwigshafen am Rhein stattfinden.

Für den Zugang zu den Unterlagen der AG-Sitzung loggen Sie sich bitte als TeilnehmerInnen im internen Bereich ein. Die Protokolle sind aktuell noch in Abstimmung. Wir informieren die TeilnehmerInnen per Mail sobald diese verfügbar sind.

Fragen die in der Arbeitsgruppe besprochen werden könnten

  • Wie können Unternehmen gemeinsam mit ihren Lieferanten an der Verbesserung der Umweltbilanz arbeiten (carbon footprint etc.)?
  • Was sind die Herausforderungen insbesondere für mittelständische Unternehmen im In- und Ausland, um den hieraus erwachsenden Anforderungen gerecht zu werden? Wie sehen Lösungen aus, die hinreichend profund sind, aber keine Organisation überfordern?
  • Wie kann Digitalisierung der Beschaffungsprozesse wie der Materialwirtschaft im Allgemeinen zur Erhöhung der Transparenz in der Lieferkette genutzt werden?
  • Wie lassen sich kurzfristig ausgerichtete, aber strategisch suboptimale Beschaffungsentscheidungen vermeiden? Was muss in den Prozessen und beim Aufbau der Lieferkette berücksichtigt werden?
  • Gibt es Beispiele, wie gemeinsame Produkt- und Geschäftsmodellentwicklung mit positiven Umwelteffekten über die Lieferkette hinweg geschafft wurde? Was waren die Erfolgsfaktoren?
  • Wer ist der Treiber – der Kunde, Lieferant oder Gesetzgeber?

Mögliche Ergebnisse

  • Die Identifikation von verallgemeinbaren Use Cases, in denen Angebote für Produkte mit klimafreundlicher Lieferkette einen Wettbewerbsvorteil bilden.
  • Eine Zusammenstellung, welche Anforderungen Kunden an die Dokumentation von Lieferketten im Rahmen einer Emissionsbilanzierung haben.
  • Toolbox

Adressaten der Arbeitsgruppe

Adressaten sind solche Unternehmen, die mit Ihren Produkten Teil einer Lieferkette sind, die sie emissionsseitig bilanzieren und klimafreundlich gestalten wollen.

Infos zu kommeden Sitzungen finden Sie unter Veranstaltungen.

(Zur Anzeige der Termine ist ein einloggen nötig.)

Moderation der Arbeitsgruppe

Moderation:

Michael Kölzer, Hochtief AG

Robert Seiter, EY

Inhaltliche Unterstützung:

  • Melanie Kubin-Hardewig, Deutsche Telekom AG
  • Hans-Martin Obermann, REWE Group

Weiter­führende Informa­tionen

Stichwörter:
Scope 3; Supply Chain; CDP; carbon pricing; carbon tax

Eindrücke der ersten AG-Sitzung am 8. März:

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