Klimafreundliche Lieferketten

Ein Großteil der Treibhausgasemissionen deutscher Unternehmen wird in der vorgelagerten Lieferkette produziert. Daraus ergibt sich ein großes Potential für den Klimaschutz. Allerdings sind Lieferketten heutzutage global, hochkomplex und umfassen eine erhebliche Anzahl spezialisierter Akteure, was den Klimaschutz in der Lieferkette für Unternehmen zu einer Herausforderung werden lässt.

Möglichkeiten für den Klimaschutz in der Lieferkette gibt es viele: vom Lieferketten-übergreifenden Dialog und Wissenstransfer, über gemeinsame Energieeffizienzprojekte im Zulieferbetrieb, bis hin zu festen Standards und Kriterien bei der Auswahl der Lieferanten.

Die AG „Klimafreundliche Lieferkette“ beschäftigt sich gemeinsam mit diesen Themen und wird mögliche Lösungen für möglichst viele Branchen diskutieren. Dabei soll es einen Austausch zu den unterschiedlichen Ansätzen in Unternehmen und dessen methodische Weiterentwicklung geben. In diesem Zusammenhang können bspw. auch zukünftige Herausforderungen, wie carbon pricing, carbon tax und weitere Themen besprochen werden.

Status der Arbeitsgruppe

Die vierte Sitzung der AG „Klimafreundliche Lieferkette“ fand am 21. und 22. Januar 2019 im Innovationszentrum „Wavespace“ bei EY in Berlin statt. Im Rahmen der vergangenen Sitzung wurden Herausforderungen bezüglich des Klimaschutzes in der Lieferkette identifiziert und zu konkreten Anforderungen an die Lieferkette gebündelt. Dies war die Ausgangslage für den durchgeführten Design Thinking Workshop, der Impulse für konkrete Projekte im Rahmen dieser Anforderungen anstoßen sollte.

An zwei Arbeitstagen wurden zentrale Problembereiche und Lösungsideen diskutiert. Zunächst traf sich am ersten Tag eine Kleingruppe der AG zur gemeinsamen Vorbereitung des Workshops. Auf Grundlage der in den vorherigen Arbeitssitzungen besprochenen Inhalte wurden zwei Leitfragen, sogenannte „Challenges“, herausgearbeitet und dann am Folgetag jeweils ein Lösungsansatz als Prototyp entwickelt.

Challenge A: Herstellung von Transparenz über die externen Akteure in der Lieferkette

Die zentrale Herausforderung war es, einen effizienten Weg zu finden, wie möglichst viele Wirtschaftsakteure zur Offenlegung der relevanten Informationen für die Abschätzung des Carbon Footprints bewegt werden können. Es entwickelte sich ein Plattformgedanke in der Form einer öffentlich-privaten Kooperation (PPP). Die Beschreibung von Standards, die einerseits nur niedrige Einstiegshürden darstellen, aber auch unterschiedliche „Ambition Levels“ zulassen und fördern war ein wichtiges Element. Als Resultat wurde die Skizze eines internationalen Tools zur Berechnung und Offenlegung des Carbon Footprints entwickelt, was im nächsten Schritt weiter spezifiziert und an die Politik adressiert werden soll.

Challenge B: Interne organisatorische Umsetzung in den Unternehmen zur Steuerung einer klimafreundlichen Lieferkette

Hier wurde das gesamte Supply Chain Management in den Blick genommen. Die Beschaffungsabteilung wird durch Vorgaben des Managements, Trainings der Einkäufer und unterstützende Informationssysteme in die Lage versetzt, die Beschaffungsentscheidung auch an der Klimafreundlichkeit auszurichten. Ebenfalls wurden die grundlegenden Prozesse zum Ablauf der Beschaffung, zum Training der handelnden Akteure sowie zur aktiven Steuerung und Entwicklung der Lieferantenbasis beschrieben. Diese Lösung soll im nächsten Schritte weiter ausformuliert und in Form eines Leitfadens für Unternehmen präsentiert werden.

Abgerundet wurde das Programm durch einen Impulsvortrag von Dr. Dorian Schneider (EY) über digitalisierungsrelevante Technologien in Unternehmen. Dabei fokussierte er sich auf das Thema „Machine Learning“ und beeindruckte mit konkreten Anwendungsbeispielen.

Am 4. März 2019 wurde eine Telefonkonferenz für die Definition der nächsten Arbeitspakete und Schritte bis zum Projektende abgehalten. Die nächste physische AG-Sitzung findet am 16. Mai 2019 in Berlin statt.

Für den Zugang zu den Unterlagen der AG-Sitzung loggen Sie sich bitte als TeilnehmerInnen im internen Bereich ein. Die Protokolle sind aktuell noch in Abstimmung. Wir informieren die TeilnehmerInnen per Mail sobald diese verfügbar sind.

Fragen die in der Arbeitsgruppe besprochen werden könnten

  • Wie können Unternehmen gemeinsam mit ihren Lieferanten an der Verbesserung der Umweltbilanz arbeiten (carbon footprint etc.)?
  • Was sind die Herausforderungen insbesondere für mittelständische Unternehmen im In- und Ausland, um den hieraus erwachsenden Anforderungen gerecht zu werden? Wie sehen Lösungen aus, die hinreichend profund sind, aber keine Organisation überfordern?
  • Wie kann Digitalisierung der Beschaffungsprozesse wie der Materialwirtschaft im Allgemeinen zur Erhöhung der Transparenz in der Lieferkette genutzt werden?
  • Wie lassen sich kurzfristig ausgerichtete, aber strategisch suboptimale Beschaffungsentscheidungen vermeiden? Was muss in den Prozessen und beim Aufbau der Lieferkette berücksichtigt werden?
  • Gibt es Beispiele, wie gemeinsame Produkt- und Geschäftsmodellentwicklung mit positiven Umwelteffekten über die Lieferkette hinweg geschafft wurde? Was waren die Erfolgsfaktoren?
  • Wer ist der Treiber – der Kunde, Lieferant oder Gesetzgeber?

Mögliche Ergebnisse

  • Die Identifikation von verallgemeinbaren Use Cases, in denen Angebote für Produkte mit klimafreundlicher Lieferkette einen Wettbewerbsvorteil bilden.
  • Eine Zusammenstellung, welche Anforderungen Kunden an die Dokumentation von Lieferketten im Rahmen einer Emissionsbilanzierung haben.
  • Toolbox

Adressaten der Arbeitsgruppe

Adressaten sind solche Unternehmen, die mit Ihren Produkten Teil einer Lieferkette sind, die sie emissionsseitig bilanzieren und klimafreundlich gestalten wollen.

Infos zu kommenden Sitzungen finden Sie unter Veranstaltungen.

(Zur Anzeige der Termine ist ein einloggen nötig.)

Moderation der Arbeitsgruppe

Moderation:

Michael Kölzer, Hochtief AG

Robert Seiter, EY

Inhaltliche Unterstützung:

  • Melanie Kubin-Hardewig, Deutsche Telekom AG
  • Hans-Martin Obermann, REWE Group

Weiter­führende Informa­tionen

Stichwörter:
Scope 3; Supply Chain; CDP; carbon pricing; carbon tax

Neues Benutzerprofil erstellen

Werden Sie Teil des Dialogforums und melden Sie sich für eine der fünf Arbeits­gruppen an.

Anrede *
Anrede *
Frau
Herr
Arbeitsgruppe *
Arbeitsgruppe *
AG Circular Economy
AG Finanzbranche und Klimaschutz
AG Innovationen für den Klimaschutz
AG Klimafreundliche Lieferketten
AG Unternehmensbezogene Klimaschutzziele

Bitte beachten Sie, dass Sie sich erst mit unserer Bestätigungsmail verbindlich zur Teilnahme an den Arbeitsgruppen des Dialogforums angemeldet haben.