Klimafreundliche Lieferketten

Ein Großteil der Treibhausgasemissionen deutscher Unternehmen wird in der vorgelagerten Lieferkette produziert. Daraus ergibt sich ein großes Potential für den Klimaschutz. Allerdings sind Lieferketten heutzutage global, hochkomplex und umfassen eine erhebliche Anzahl spezialisierter Akteure, was den Klimaschutz in der Lieferkette für Unternehmen zu einer Herausforderung werden lässt.

Möglichkeiten für den Klimaschutz in der Lieferkette gibt es viele: vom Lieferketten-übergreifenden Dialog und Wissenstransfer, über gemeinsame Energieeffizienzprojekte im Zulieferbetrieb, bis hin zu festen Standards und Kriterien bei der Auswahl der Lieferanten.

Die AG „Klimafreundliche Lieferkette“ beschäftigt sich gemeinsam mit diesen Themen und wird mögliche Lösungen für möglichst viele Branchen diskutieren. Dabei soll es einen Austausch zu den unterschiedlichen Ansätzen in Unternehmen und dessen methodische Weiterentwicklung geben. In diesem Zusammenhang können bspw. auch zukünftige Herausforderungen, wie carbon pricing, carbon tax und weitere Themen besprochen werden.

Status der Arbeitsgruppe

Die fünfte Sitzung der AG „Klimafreundliche Lieferkette“ fand am 16. Mai 2019 im „T-Lab“ der Deutsche Telekom AG in Berlin statt.

Während der vierten Sitzung (am 21. und 22. Januar 2019) wurden im Rahmen eines Design Thinking Workshops Lösungen für zwei unterschiedliche Leitfragen entwickelt: Die Einführung eines klimafreundlichen Einkaufsmanagements und die Skizzierung einer Plattform zur Offenlegung der CO2-Emissionen.

In der fünften AG-Sitzung wiederum lag daher der Fokus auf der weiteren Verfeinerung des Prototyps, einem Modell zur Einbindung der Einkäufer bei der Reduktion der Emissionen in der Lieferkette; dem Lieferanten Klimaschutz Programm (Arbeitstitel). Das Programm dient dem Aufbau eines Prozesses zur Einbindung der Einkäufer bei der Reduktion der Emissionen in der Lieferkette. Es kann als exemplarischer Leitfaden verstanden werden, wie eine klimaschutzorientierte Gestaltung der Lieferkette eines Unternehmens, durch die entsprechende Ausrichtung des Beschaffungshandelns, erreicht werden kann.

In der Arbeitssitzung wurden einzelne Elemente des Programms weiterentwickelt; sowohl die Elemente der Implementierung als auch der operativen Elemente; unter anderem wurden folgende Fragen diskutiert:

  • Management: Wie kann ich das Management von der Relevanz des Klimaschutzes in der Lieferkette überzeugen? Was sind die Argumente?
  • Einkauf: Wie kann der Einkauf am besten eingebunden werden? Worauf muss in der Kommunikation geachtet werden?
  • Einkäuferschulung: Wie können MitarbeiterInnen im Einkauf zum Thema Klimaschutz gezielt geschult werden? Hierzu gab es einen Impulsvortrag durch die Siemens AG.
  • Zulieferer/Lieferanten: Wie können Lieferanten unter Berücksichtigung der Wesentlichkeit und Handhabbarkeit sinnvoll ausgewählt werden?
  • Online Assessment Tool („Joint Carbon Toolkit“): Wie kann ein Assessment der Lieferanten einen Mehrwert für diese liefern? Welche Informationen müssen über das Tool abgefragt werden?

Bezüglich des zweiten, im Design Thinking Workshop entwickelten, Prototypen, dem Internationalen CO2-Monitoring Tool, werden in einer Kurzstudie die funktionalen Lücken bestehender Monitoringsysteme analysiert.

Für den Zugang zu den Unterlagen der AG-Sitzung loggen Sie sich bitte als TeilnehmerInnen im internen Bereich ein. Wir informieren die TeilnehmerInnen per Mail sobald diese verfügbar sind.

Fragen die in der Arbeitsgruppe besprochen werden könnten

  • Wie können Unternehmen gemeinsam mit ihren Lieferanten an der Verbesserung der Umweltbilanz arbeiten (carbon footprint etc.)?
  • Was sind die Herausforderungen insbesondere für mittelständische Unternehmen im In- und Ausland, um den hieraus erwachsenden Anforderungen gerecht zu werden? Wie sehen Lösungen aus, die hinreichend profund sind, aber keine Organisation überfordern?
  • Wie kann Digitalisierung der Beschaffungsprozesse wie der Materialwirtschaft im Allgemeinen zur Erhöhung der Transparenz in der Lieferkette genutzt werden?
  • Wie lassen sich kurzfristig ausgerichtete, aber strategisch suboptimale Beschaffungsentscheidungen vermeiden? Was muss in den Prozessen und beim Aufbau der Lieferkette berücksichtigt werden?
  • Gibt es Beispiele, wie gemeinsame Produkt- und Geschäftsmodellentwicklung mit positiven Umwelteffekten über die Lieferkette hinweg geschafft wurde? Was waren die Erfolgsfaktoren?
  • Wer ist der Treiber – der Kunde, Lieferant oder Gesetzgeber?

Mögliche Ergebnisse

  • Die Identifikation von verallgemeinbaren Use Cases, in denen Angebote für Produkte mit klimafreundlicher Lieferkette einen Wettbewerbsvorteil bilden.
  • Eine Zusammenstellung, welche Anforderungen Kunden an die Dokumentation von Lieferketten im Rahmen einer Emissionsbilanzierung haben.
  • Toolbox

Adressaten der Arbeitsgruppe

Adressaten sind solche Unternehmen, die mit Ihren Produkten Teil einer Lieferkette sind, die sie emissionsseitig bilanzieren und klimafreundlich gestalten wollen.

Infos zu kommenden Sitzungen finden Sie unter Veranstaltungen.

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Moderation der Arbeitsgruppe

Moderation:

Michael Kölzer, Hochtief AG

Robert Seiter, EY

Inhaltliche Unterstützung:

  • Melanie Kubin-Hardewig, Deutsche Telekom AG
  • Hans-Martin Obermann, REWE Group

Weiter­führende Informa­tionen

Stichwörter:
Scope 3; Supply Chain; CDP; carbon pricing; carbon tax

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