Unternehmensbezogene Klimaschutzziele

In der Arbeitsgruppe „Unternehmensbezogene Klimaschutzziele“ wurde über konkrete Beiträge der Unternehmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und deren Ansätze diskutiert. Klimaschutzziele haben in der Unternehmensstrategie eine herausragende Bedeutung. Nach außen signalisieren sie Kunden, Shareholdern und Politik, dass sich das Unternehmen strategisch mit den zukünftigen Rahmenbedingungen, die sich aus dem Pariser Abkommen und der daraus folgenden Klimaschutzgesetzgebung ergeben werden, auseinandersetzt. Darüber hinaus zeigen sie, dass sich Unternehmen sowohl zu den politischen Zielen bekennen als auch zu eigenen, konkreten Beiträgen verpflichten und damit nachhaltig wirtschaften. Nach innen helfen Klimaschutzziele, die Thematik sowohl auf Führungsebene, beispielsweise bei Investitionsentscheidungen, als auch bei den MitarbeiterInnen zu verankern, auch im Sinne eines konkreten Beitrags jedes und jeder Einzelnen. In der Arbeitsgruppe wurden zentral Ansätze und Methoden zur Klimazielsetzung für die betriebliche Praxis entwickelt, um die Umsetzung der hohen Anforderungen, die sich aus Ansätzen wie Science Based Targets oder der TCFD ergeben, zu unterstützen. Darüber hinaus wurden Anforderungen an die interne Kommunikation von Klimaschutzzielen, deren Ermittlung, Festlegung und Verbindlichkeit abgeleitet wie auch die Verknüpfung derselben mit Vergütungssystemen. Die Arbeitsgruppe richtete sich somit an MitarbeiterInnen, die für die strategische Ausrichtung und/oder das Controlling hinsichtlich Klimaschutz direkt oder indirekt zuständig sind.

Projektergebnis 1

Handbuch zur Kommunikation von komplexen Klimaschutzthemen in Unternehmen

KURZBESCHREIBUNG
Unternehmen beziehungsweise MitarbeiterInnen in den Stabsabteilungen haben häufig Schwierigkeiten, das komplexe und aufs Gesamtunternehmen bezogene Thema des Klimaschutzes herunterzubrechen und interne Stakeholder, nsbesondere an die operativen Abteilungen, zu kommunizieren. Daher wurde mit dem Handbuch eine Handlungsempfehlung im Baukastenformat für die interne Kommunikation klimabezogener Themen an unterschiedliche Stakeholder erstellt.

MEHRWERT FÜR UNTERNEHMEN
Die interne Kommunikation zu Klimaschutzthemen ist ein wichtiger Aspekt zur Erreichung von Klimazielen. Das Handbuch enthält konkrete Beispiele und Best Practices, die Unternehmen als Anregung dienen sollen. Für die drei Stakeholdergruppen oberes Management, mittleres Management und breite Mitarbeiterschaft werden die individuellen Ziele und Herausforderungen bei der Kommunikation dargestellt. In Form von Kommunikationskonzepten wird beschrieben, wie Unternehmen den Schwierigkeiten bei der internen Klimakommunikation entgegentreten können. Dadurch kann einerseits die strategische Verankerung von Klimathemen, andererseits aber auch die operative Handlungsbefugnis für den Klimaschutz gestärkt werden.

EFFEKTE FÜR DEN KLIMASCHUTZ
Ziel ist es, das Thema Klimaschutz so zu vermitteln, dass ein Verständnis dieser komplexen Problematik auf verschiedenen Ebenen eines Unternehmens geschaffen werden kann. Auf der Grundlage dieses unternehmensweiten Verständnisses für Klimathemen kann es gelingen, diese in die oberste, strategische Ebene zu integrieren und zusätzlich die Brücke zum operativen Unternehmenshandeln zu ermöglichen. Somit kann auch dort eine Eigendynamik entfaltet werden, indem unterschiedliche Abteilungen motiviert und befähigt werden, Klimaaspekte in ihrem Tätigkeitsbereich umzusetzen.

Projektergebnis 2

Anwenderleitfaden zum Konzept der vermiedenen Emissionen

KURZBESCHREIBUNG
Der Anwenderleitfaden soll Unternehmen beim Aufbau einer Methodik zur Berechnung vermiedener Emissionen unterstützen. Gemeint sind solche Emissionen, die durch Produkte oder Dienstleistungen eines Unternehmens außerhalb der eigenen Treibhausgasbilanzierung bei Dritten vermieden werden. Eine konsistente Analyse der vermiedenen Emissionen durch Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens kann die Entwicklung und Vermarktung eines klimafreundlichen Produkts bzw. Dienstleistungsportfolios unterstützen. Auch können dadurch interne Fördermechanismen wie z. B. ein interner CO2-Preis aufgebaut werden. Das Konzept der vermiedenen Emissionen lässt sich in zwei Kategorien einteilen:
• Vermiedene Emissionen im Lebenszyklus von Produkten („product carbon footprint“ [PCF]): Durch den PCF-Ansatz wird die direkte Verringerung der CO2-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts im Vergleich zu einer marktüblichen Alternative dargestellt.

• Vermiedene Emissionen bei Dritten: Damit ist die indirekte Verringerung oder Vermeidung der CO2-Emissionen bei Dritten durch den Einsatz klimafreundlicher Dienstleistungen oder von Klimaschutztechnologien gemeint. Eine detaillierte Beschreibung der Ansätze befindet sich im Anwenderleitfaden.

MEHRWERT FÜR UNTERNEHMEN
Durch das Konzept der vermiedenen Emissionen können Unternehmen ihre Klimaschutzeffekte außerhalb der eigenen Wertschöpfung transparent darstellen. Eine konsistente Analyse der vermiedenen Emissionen der Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens kann die Entwicklung eines klimafreundlichen Produkt- beziehungsweise Dienstleistungsportfolios unterstützen. Durch immer strenger werdende Gesetze zur Begrenzung von Emissionen und die zu erwartende steigende CO2-Bepreisung über den Energiesektor hinaus werden die Kundenanforderungen an die Klimawirkung von Produkten und generell die allgemeine Nachfrage nach klimafreundlichen Produkten und Dienstleistungen steigen. Unternehmen, die diese anbieten und den Umweltvorteil ihrer Produkte dezidiert zeigen können, haben einen klaren First-Mover-Vorteil. Immer häufiger wird der Klimaschutz auch als Geschäftsopportunität gesehen, die Wettbewerbsvorteile bietet und neue Märkte öffnet.

EFFEKTE FÜR DEN KLIMASCHUTZ
Ziel ist eine möglichst breite Umsetzung des Konzepts der vermiedenen Emissionen und damit eine verstärkte Fokussierung der Unternehmen auf klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen. Das Konzept der vermiedenen Emissionen unterstützt die Entwicklung solcher klimafreundlichen Produkte bzw. Dienstleistungen.

Projektergebnis 3

Praxisorientierte Kurzstudie zum Konzept der internen CO2-Bepreisung

KURZBESCHREIBUNG
Die unternehmensinterne Bepreisung von CO2 ist ein Instrument des innerbetrieblichen Klimaschutzes. Auf diese Weise soll ein unternehmensweites Anreizsystem zur Einsparung von CO2 und zur Entwicklung emissionsarmer Lösungen geschaffen werden. In der anwendungsorientierten Kurzstudie zum Konzept der internen CO2-Bepreisung werden verschiedene praxistaugliche methodische Ansätze zur Implementierung des Instruments in Unternehmen beleuchtet. Außerdem werden Beispiele aus verschiedenen Unternehmen vorgestellt, die das Instrument bereits nutzen. Die Kurzstudie bietet Informationen und Orientierung für Unternehmen, die die Einführung einer internen CO2-Bepreisung in Erwägung ziehen.

MEHRWERT FÜR UNTERNEHMEN
Es ist davon auszugehen, dass international die gesetzlichen Anforderungen der Klimapolitik zukünftig weiter steigen werden und sich insbesondere die Bepreisung von CO2-Emissionen weiter durchsetzen wird. Gleichzeitig sehen sich Unternehmen vermehrt mit strategischen und operativen Klimarisiken konfrontiert. Ein interner CO2-Preis ist ein effizientes Instrument, um die regulatorischen Rahmenbedingungen und andere Klimarisiken in die Entscheidungsprozesse des Unternehmens zu integrieren. Daneben unterstützt die CO2-Bepreisung die Forcierung und Entwicklung innovativer, klimafreundlicher Lösungen.

EFFEKTE FÜR DEN KLIMASCHUTZ
Die CO2-Bepreisung ist ein probates Mittel, um den Wandel zu einer emissionsärmeren Wirtschaft effizient zu gestalten. Aufgrund der Bepreisung werden CO2-Emissionen zu einem Kostenfaktor im Unternehmen, was Entscheidungen zugunsten klimafreundlicher Lösungen beeinflusst. Außerdem steht ein höheres Budget für Investitionen in Emissionsminderungsmaßnahmen zur Verfügung. Dies führt dazu, dass mittel- bis langfristig die spezifischen Emissionen der beteiligten Unternehmen sinken.

Moderation der Arbeitsgruppe

Moderation:

Melanie Kubin-Hardewig, Deutsche Telekom AG

Dr. Jens Wichtermann, Vaillant Group

Inhaltliche Unterstützung:

  • Hans-Martin Obermann, REWE Group
  • Dr. Sebastian Schunk, Siemens AG
  • Dr.-Ing. Hans-Jörn Weddige, thyssenkrupp AG
  • Dipl. Ing. Nadine Braun, EY

Weiter­führende Informa­tionen

Stichwörter:
Science Based Targets; TCFD; unternehmensinterne Zielsetzungen; Carbon Tax; Carbon pricing; risikobasierter Ansatz