Unternehmensprofil

Aurubis

Firmenwebseite
https://www.aurubis.com
Mitarbeiterzahl
rund 6.500
Branche
NE-Metallbranche

Informationen zu Klimaschutz-Aktivitäten

Seit wann im Klimaschutz engagiert?

Bei Aurubis als Multi-Metal-Produzent und -Recycler sind die einzelnen Fertigungsschritte in der Wertschöpfungskette komplex und in Summe sehr energieintensiv. Für uns ist daher der effiziente Einsatz von Energie seit jeher eine Frage der ökologischen und ökonomischen Verantwortung. Aus diesem Grund setzen alle unsere Standorte Energie so sparsam wie möglich ein. Die Produktivität und die Effizienz zu steigern, gehört seit jeher zum Konzernalltag bei Aurubis.

Welche Maßnahmen wurden ergriffen?

Unsere Energiemanagementsysteme und das integrierte Energiedatenmonitoring sind die Grundlage für die Identifizierung von Energie- und CO2-Optimierungspotzentialen. Daraus abgeleitete und umgesetzte Maßnahmen führen zur kontinuierlichen Energieeffizienzsteigerung und der Einsparung von CO2-Emissionen. 

Beispiele sind die Nutzung der Abwärme für interne Nebenprozesse bzw. zur Eigenstromerzeugung. Für das Turbinenprojekt in Lünen wurden wir sogar mit dem Best-Practice-Label Energieeffizienz 2015 ausgezeichnet und für den internationalen Energy Efficiency Award 2015 der Deutschen Energieagentur nominiert.

Mit unserem aktuellsten Projekt, der Wärmeversorgung eines neuen Stadtteils in Hamburg, der östlichen Hafencity, durch CO2-neutrale industrielle Abwärme aus unserem Hamburger Werk werden wir mit dem Start im Sommer  2018 jährlich bis zu 20.000 t CO2 einsparen. Das Projekt wurde im November 2017 als Leuchtturmprojekt „Energieeffiziente Abwärmenutzung“ von der dena ausgezeichnet.

Darüber hinaus nehmen wir am Klimareporting des CDP teil, wo wir zahlreiche Angaben zu unseren Emissionen, unserer Klimastrategie und dem Umgang mit klimarelevanten Risiken machen. Hierfür wurden wir im Jahr 2015 als „Best Newcomer Germany“ und 2016 als Indexleader MDAX ausgezeichnet.

Im Zusammenhang mit Klimaschutzmaßnahmen von einem wirtschaftlichen Erfolg zu sprechen, ist in vielerlei Hinsicht schwierig. Wenn Klimaschutz sofort wirtschaftlich wäre, würde er global umgesetzt. Klimaschutz braucht Innovation, was insbesondere am Anfang beträchtliche Investitionen zur Folge hat. Prozessemissionen in der Industrie zu reduzieren, bedeutet die Umstellung und sogar Abkehr von Produktionsabläufen, die über Jahrzehnte perfektioniert wurden. Hinzu kommt, dass Wettbewerber, die außerhalb der EU produzieren, mit keinen vergleichbaren Klima- und Umweltschutzvorgaben konfrontiert sind und keine entsprechenden Investitionen in Effizienz und Emissionseinsparungen tätigen müssen.

Der ökonomische Erfolg von Klimaschutzmaßnahmen hängt also maßgeblich von der regulatorischen Rahmensetzung ab. Die Schaffung eines globalen level playing fields, aber auch Anreizsetzungen bei Endkunden, die klimafreundliche Produkte nachfragen und bereit sind, hierfür den entsprechenden Preis zu zahlen, sind die Grundvoraussetzung für Klimaschutz als „Business Case“.

Ein Beispiel aus unserer eigenen Erfahrung stellt unser im Werk Hamburg implementiertes Abwärmeprojekt zur CO2-neutralen Fernwärmelieferung dar. Im Rahmen der ersten Ausbaustufe des Projektes werden wir rund 20.000 t CO2 auf unserem Werk und bei den Endkunden der östlichen Hafencity einsparen. Die Realisierung von derartigen Projekten, die über die Werksgrenzen hinaus wirken, ist für uns wichtig, da die Energieeffizienzpotenziale unserer Prozesse mit jeder bereits umgesetzten Maßnahme kleiner und immer teurer werden. Die Einsparung von CO2 außerhalb unserer Werksgrenzen gibt uns die Möglichkeit, zur Erreichung von Klimazielen beizutragen und den Fortbestand unserer Standorte zu sichern. Eine entsprechende Anerkennung im Rahmen des Europäischen Emissionshandelssystems durch eine Zuteilung, die der Klimawirkung dieses Projektes entspricht, ist jedoch im derzeitigen Regulationsrahmen nicht  möglich.

Ein entsprechender Anreizmechanismus würde aber einen Beitrag dazu leisten, Klimaschutz zu einem ökonomischen Erfolg zu machen.

Welche Hürden wurden wie genommen?

Aus unserer Sicht stehen wir mit dem Klimaschutz und der damit verbundenen Energiewende noch am Anfang – und das trotz der Realisierung von erheblichen Energieeffizienz- und CO2-Einsparprojekten. Hierbei handelte es sich jedoch in weiten Teilen um die low-hanging fruits mit kurzen Payback-Zeiten und einer sich schnell abzeichnenden Wirtschaftlichkeit. Die Dekarbonisierung erreichen wir aber nur, wenn wir heute unwirtschaftliche Projekte in wirtschaftliche verwandeln. Das ist die größte Hürde, die der Unternehmen, aber vor allem der Politik noch bevorsteht.
 

Welche Tipps können Sie anderen geben?

Per Dialog näher ans Ziel: Wir möchten mit unserem Wissen und unserer langjährigen Erfahrung an der Gestaltung einer umweltfreundlichen und energieeffizienten Multi-Metal-Produktion in Europa mitwirken. Und im Best practices-Austausch Anregungen für mögliche Weiterentwicklungen und innovative Ansätze erhalten. Daher sehen wir das Dialogforum "Wirtschaft macht Klimaschutz" als wertvolle Austauschplattform.

Wie lautet das Feedback von Mitarbeitern und Kunden auf Ihr Engagement?

Wir haben Energie als relevantes Thema unserer Nachhaltigkeitsstrategie identifiziert, auch weil die Nachfrage unserer externen und internen Stakeholder nach diesem Thema hoch ist. Beispielsweise werden wir jedes Jahr von Kunden angefragt am Klimareporting des CDP teilzunehmen, weil sie Wert auf eine transparente und ausführliche Klimaberichterstattung legen.

Zu den wichtigen Zielen der Strategie gehört unter anderem, dass wir unsere Emissionen noch weiter verringern, weitere Ideen aus dem Innovationsmanagement generieren und umsetzen, das Recycling von komplexen Recyclingmaterialien weiter ausbauen und stärker mit der Verantwortung in der Lieferkette auseinandersetzen. Die steigenden Fragen und Anforderungen von verschiedenen Interessengruppen aus dem Umfeld bestätigen uns in dieser Vorgehensweise. Insbesondere Kunden legen viel Wert auf einen transparenten Umgang von Aurubis in Bezug auf die Chancen und Risiken des Klimawandels, auf Aurubis-Produkte, die zu einer Effizienzsteigerung von Anwendungen beitragen, sowie auf effektive Produktionsprozesse, das Energiemanagement und Investitionen in Energie- und CO2-Effizienzoptimierungen.

Luisa Genz, Michael Dahm, Kirsten Kück
Corporate Energy & Climate Affairs, External Affairs, Nachhaltigkeit